In Flammen

18. Juni 2008

0 Kommentare

Naja Leute, das war knapp. Heute Morgen turnten ein paar Elektriker durch unser Büro. Dezent habe ich die Typen erst ignoriert, um danach mal kurz nachzufragen, was die hier eigentlich wollen. «Der Kabelanschluss ist seit einer Woche kaputt. Den reparieren wir jetzt.»

Als erstes Schoss mir sämtliches Blut aus dem Kopf und ein kleines Hassgefühl stieg in mir auf. Ich sah farbige Gewaltfantasien vor meinem geistigen Auge. Panik.

SEIT EINER WOCHE IST DER KABELANSCHLUSS DEFEKT!?

Und das in Zeiten der EM. Hätte ich jetzt länger arbeiten müssen, hätte ich kurz vor Anpfiff festgestellt, dass die Vorstellung zumindest im Büro ausfällt. Und jetzt finde in Grafenau mal einen Ort, der die EM zeigt. Meinem Chef hab ich dann kurz am Telefon mitgeteilt, dass ich die Bude angezündet hätte, wäre dieser Fall eingetreten.
Die Pressekonferenzen letzte Woche konnte ich mir aber noch ansehen. Immerhin.

¬ geschrieben von Tip Lewis in Gefühle

Die Sache mit den Farben

16. Juni 2008

0 Kommentare

Das Thema begegnet einem aber auch ständig zur Zeit. In meinem Umfeld bin vor allem ich es, der die Leute auf die Nase haut. Was ist es, dass plötzlich alle mit Deutschlandfähnchen auf der Backe rumlaufen? Bisher hab ich einen Aspekt noch nie so formuliert wie Frédéric von Spreeblick, nämlich:

(...) Die Kombination aus Tiefschwarz, Verkehrsrot und Rapsgelb ist derart abstoßend, dass sie sich außerhalb Deutschlands in dieser Verteilung nur noch Belgien, Saugeais und Besançon hat durchsetzen können. Hässlicher als die deutsche Flagge ist vielleicht noch Franjo Pooth, aber auch das ist nicht sicher. (...)

Mein Argument war schlicht, dass die deutsche Flagge einfach hässlich ist. Punkt. Hat meist den Argumenten standgehalten.


Bild: dr. motte (cc-Lizenz)

Was aber wirklich gefährlich ist bei der Aussage, dass sich das ganze «doch nur um Fußball handelt» ist, dass die Leute nur zusehen können. Sie können nur sehen, wie Deutschland gegen Kroatien verliert – und danach haun sie vor Ohnmacht und Hilflosigkeit einem Kroaten auf die Schnauze.
Bei der WM war es anders. Da waren die Deutschen nicht allein im Land – es waren Aufpasser und Dämpfer hier. Wenn Deutschland spielte und man beim Public Viewing zuguckte, standen genügen Kanadier, Türken, Brasilianer dabei – machen wirs kurz: das Publikum war bunt gemischt, die ganze Welt war da. Da konnte man nicht einfach ausflippen und jedem Nichtdeutschen aufs Maul geben. Beim ersten Deutschlandspiel dieser EM wurde mir aber klar, dass es jetzt anders ist. Da wird, wenn die Zuschauer keine Stimmung in der Fuzo machen, «und ihr, wollt gute Deutsche sein?!» skandiert, die fünf Polen in der Menge ständig geschubst und angepöbelt und mit einem gegrölten «Deutschlands Panzer rollen wieder» dem ganzen die Krone aufgesetzt.

Ein Einzelfall? Wohl kaum. Kollegen erzählten mir von anderen Public Viewing Veranstaltungen bei denen es genauso, wenn nicht heftiger zuging.

Hans-Christian Ströbele hat für den Tagesspiegel einen schönen Essay geschrieben, der meine Gefühle sehr gut wiederspiegelt und den ich nicht zitieren kann. Er muss einfach ganz gelesen werden.

Eines meiner Argumente erzeugt ganz oft ein langes Nachdenken: ich bin 3 km von der Grenze zu Österreich geboren. Wäre ich nur ein wenig weiter östlich frisch gepresst worden, wäre ich jetzt Österreicher und könnte mich über Córdoba freuen. Also: was habe ich schon geleistet, dass ich so stolz sein könnte, ein Deutscher zu sein? Wieso MUSS ich mich mit dieser Nationalmannschaft identifizieren? Wieso MUSS ich einen schwarz-rot-goldenen Lappen schwenken? Denn das wird oft verlangt?

Deswegen konnte ich die Idee von Grenzen noch nie so ganz verstehen. Und nur damit wir uns richtig verstehen. Mein Team in diesem Turnier – und auch bei der WM 06 schon – ist Deutschland. Warum? Weil es Grenzen eben gibt. Und weil dieses Team die Region vertritt, in der ich zur Zeit lebe. Weil sie meistens schönen Fußball spielen. Weil das Land kompakt gesagt gar nicht schlecht ist.
Die anderen europäischen Länder allerdings auch nicht. Deswegen habe ich noch eine zweite Mannschaft für die mein Herz schlägt – und das fast mehr als für Deutschland: Italien. Wieso? Weil ich von dieser Region überzeugt bin. Die Menschen sind fröhlich, freundlich, die italienische Küche ist mitunter die Beste, die Landschaft und das Klima sind wunderbar. Natürlich gibt es auch hier Nationalisten. Auch hier ist die Geschichte sehr brisant. Trotz alledem besitze ich eine Italienflagge. Und ich nutze sie bei solchen Turnieren. Schon allein deswegen, da ich schon mal kaum als Nationalist in Italien gelten kann – schließlich bin ich dort Ausländer. Aber auch wegen meiner Vergangenheit. Monatelang, ach, jahrelang bin ich fast jedes Wochenende nach Italien und habe dort meine damalige Freundin besucht, viele Freunde gefunden und mich schließlich in dieses Land verliebt.

Vielleicht ist es für manchen nicht ganz schlüssig wie ich denke. Ich muss auch zugeben, dass ich mit der Tatsache, Deutschland mitunter zu favorisieren, Bauchweh habe. Das ganze ist eine kognitive Dissonanz, die ich noch nicht gelöst habe. Wer weiß, vielleicht hilft dieser Post oder Kommentare dazu, die Blockade zu lösen.

Und zum Schluss möchte ich noch auf die Aktion Deutsch mich nicht voll verweisen. Schön zu sehen dass es noch mehr Menschen gibt, die zumindest so ähnlich denken wie ich.

Nachtrag: Herr Metronaut regt sich auch über diesen «lockeren Patriotismus» auf.

¬ geschrieben von Tip Lewis in Gefühle, Leben, Politik, Pop

Boykottmail / Bitte mal nachdenken

5. Juni 2008

0 Kommentare

Dieser Post kostet – Nerven, Zeit, Nerven ... Aber es führt kein Weg daran vorbei. Seit gestern werde ich mit Kettenmails bombardiert. Genauer gesagt handelt es sich um eine einzige, die ich schon von vielen verschiedenen Absendern bekommen habe. Als letztes hat sich sogar mein Chef eingereiht und sie an das ganze Büro verschickt. Es handelt sich um einen wütenden Aufruf, die «zwei größten Ölkonzerne» Shell und Total zu boykottieren.


Bild: CoreForce (cc-Lizenz)

Immerhin, es regt sich etwas in der Gesellschaft – auch wenn es nur am Bildschirm ist. Allerdings kann man durch ein wenig Recherche herausfinden, dass diese Mails jedes Jahr, meist im April oder Mai, auftreten und fast immer gleich sind. Auch der Branchenverband der Tankstellenbetreiber bestätigt das und fügt hinzu, dass sie grundsätzlich keine Wirkung zeigen. Die Bequemlichkeit ist wohl doch zu groß.
Jetzt ist man ja quasi schon in der Recherche, weshalb man auch mal kurz nachsehen könnte, wer denn jetzt die größten Ölkonzerne sind. Laut der Fortune Global 500 sind in den Top 10 der größten Unternehmen weltweit 6 Ölkonzerne. Diese sind Exxon Mobile (Platz 2, $ 347,3 Mrd. Umsatz, $ 39,6 Mrd. Gewinn), Royal Dutch Shell (Platz 3, $ 318,8 Mrd. Umsatz, $ 25,4 Mrd. Gewinn), BP (Platz 4, $ 274,3 Mrd. Umsatz, $ 22,0 Mrd. Gewinn), Chevron (Platz 7, $ 200,6 Mrd. Umsatz, $ 17,1 Mrd. Gewinn), ConocoPhillips (Platz 9, $ 172,5 Mrd. Umsatz, $ 15,6 Mrd. Gewinn) und Total (Platz 3, $ 168,4 Mrd. Umsatz, $ 14,8 Mrd. Gewinn). Man sieht also, dass diese Mail das erste Mal lügt. Boykottieren sollte man, wenn überhaupt (später mehr), Esso und Shell.

So, und jetzt kann ich großkotzig werden. Wir befinden uns hier auf zementierten Märkten. Das einzige, wie auf dem Ölmarkt etwas geholt werden kann, ist, dass man sich vom Konkurrenten in Sachen Service, Werbung oder Qualität unterscheidet. Wie die Konzerne das genau machen können wir jeden Tag beim Bezahlen feststellen. «Sammeln Sie unsere Treuepunkte?» dröhnt es einem da entgegen. Und so werden die Kunden gehalten. Ansonsten wird sich dort aber nicht viel tun. Es hat sich halt so eingebürgert, dass einmal der Eine den Preis diktiert, danach dann der Andere usw. So gehen dieser immer ein wenig nach oben. Wieso denn nicht nach unten? Auch wenn der Liter 2 Euro kostet wird nicht weniger gefahren. Wie ich sowas sagen kann? Man muss sich nur mal 5 Minuten auf eine Bank neben der Straße sitzen und die SUV, Geländewagen und überdimensionierten Autos zählen, die an einem vorbeifahren. Und wenn man sich einen Spaß daraus machen möchte zählt man noch die Anzahl der Fahrgäste, die in den Autos sitzen. Nach fünf Minuten kommt man in etwa auf einen Schnitt von 1,2 Personen pro Spritfresser.

Aber das ist nicht das einzige. In unserer Gesellschaft muss jeder flexibel sein. Sogar wenn man zu einem Kurztripp nach Berlin aufbricht muss man scheinbar so flexibel sein, dass man innerhalb von 5 Minuten wieder den Heimweg antreten können muss. Denn: die Bahn fährt schließlich nur 2 Mal am Tag in Berlin ab. Da ist man sowas von verflucht unflexibel, das geht auf keine Kuhhaut.
Dazu eine kleine Anekdote. Eine Freundin fuhr jemanden in Berlin besuchen. Auf meine Frage, wie sie hinfährt, kommt ein «na mit dem Auto. Ich will ja schließlich flexibel sein.». In Berlin angekommen geht sie auf ein Konzert und könnte mit der Band im Bandbus weiter fahren bis nach Dresden. Aber ach, da ist das blöde Auto. Jetzt kann die Gute leider nicht flexibel sein und muss in Berlin bleiben. Die Kosten für die Reise waren schnell errechnet. Pro Strecke musste zweimal getankt werden, also überschlagen 160 Euro. Von dem Geld setze ich mich in einen Zug und verbringe einige lustige Stunden mit den Mitreisenden oder einem schönen Buch.
Soviel zur flexiblen Gesellschaft. Scheinbar erwartet jeder, dass in den nächsten Minuten die Mutter stirbt und man deshalb SOFORT nach Hause muss.

Jetzt mal angenommen der Boykott würde funktionieren. Was dann? Shell beschäftigt ungefähr 112.000 Angestellte, Total circa 95.000 Beschäftigte. Kann man sehen worauf ich hinaus will?
Außerdem. Die Ansage ist bekannt: bis Ende 2008 wird nicht mehr bei diesen Firmen getankt. Wieso sollen denn die anderen Ölfirmen mit dem Preis runtergehen? Schließlich wird bis 2009 nicht mehr bei Shell und Total getankt. Und falls dann dieser Boykott doch mitten im Jahr aufgelöst werden würde, dann wären die Preise gleich wieder auf der Höhe wie die anderen Tankstellen. Schließlich gleichen sich die Preise in einem Oligopol immer an.
Eine Ausnahme wäre eine Marktverdrängungsstrategie (wie bei MediaMarkt), die aber nicht funktioniert, da die einzelnen Tankstellen und Ölfirmen so untereinander verwoben sind, dass niemand aus dem Markt gedrängt werden kann.

Was also tun? Ich will hier niemanden vom Autofahren abhalten. Ich selber muss zur Zeit noch täglich pendeln. Was man aber tun könnte wäre auf seinen Verbrauch zu achten, keine Spritfresser kaufen, auf Bus und Bahn umsteigen, Fahrgemeinschaften nutzen, Trampen und/oder Tramper mitnehmen, Taxi fahren, Rad fahren, zu Fuß gehen, vermeidbare Fahrten vermeiden, auf andere Technologien wie etwa Erdgas umrüsten.
Was man noch tun kann, auch wenn viele jetzt sagen «Puh ich weiß nicht, da muss ICH persönlich ja was machen.» Man kann auf die Straße gehen und demonstrieren. Gegen was? Gegen die Mineralölsteuer zum Beispiel. Denn die macht immer noch den größten Teil aus am Herzinfarkt an der Kasse.

Das kann aber nicht die Lösung sein. Denn eines ist klar. Das Öl WIRD ausgehen. Eines Tages haben wir halt kein Öl mehr, und dann müssen Alternativen zur Verfügung stehen. Ob wir wollen oder nicht. Also sollten wir vor allem mit unserem demokratischen Mittel entscheiden und zur Wahl gehen. Es gibt auch Parteien die die Förderung von Alternativen unterstützen. Denkt darüber nach. Ah, ich hör schon wieder das stöhnen. «Aaaaah, wählen? Da muss ich aufstehen und raus gehen. Das will ich nicht. Da bin ich gefragt. Näh!»

Quellen im Allgemeinen:
Greenpeace über Ölkonzern, Oil Statistics, Largest Oil Companies in the World, Die Grünen zum Thema Verkehr

¬ geschrieben von Tip Lewis in Politik

Krank im Park

4. Juni 2008

0 Kommentare

Jedes Jahr gibt es eine Einschränkung, die dem geplanten Festivalbesuchen Steine in den Weg legt. Letztes Jahr kam die Trennung mit der Freundin in Kollision mit dem Beginn von Rock am Ring, was den Bierfluss allerdings nicht wirklich schmälerte, die Stimmung aber doch ein wenig runterzog. Danach stand dann das Southside an – an dem Wochenende, an dem sie bei mir auszog und ich ihr die Freiheit gab, das in meiner Abwesenheit zu tun. Einzig die SMS «wir haben uns in deiner Wohnung ein wenig ausgetobt. Viel Spaß!» verheißt nichts gutes. Waren dann doch nur leere Worte. Feig und dumm!


Bild: guitarfish (cc-Lizenz)

Dieses Jahr hab ich mich für Rock im Park anstatt dem Ring breitschlagen lassen, allein schon wegen meiner fränkischen Zweit-/Drittheimat. Deswegen hab ich mich auch schon höllisch auf den Park gefreut, um mit bekannten Gesichtern dort abzufeiern. Freundlicherweise hat sich mein Ex-Zahnarzt eingebildet, er müsse mit meinen schon eine Woche lang anhaltenden Backenschmerzen nichts machen, so dass sich eine wunderbare massive Knochenentzündung am Kiefer inkl. traumhaft schmerzlicher Mundstarre breitmachte. Mein neuer Zahnarzt konnte den Nerv zwar in einer «Not-OP» ausbauen, hat mir aber Antibiotika bis nächste Woche aufs Auge gedrückt. Schmerzfrei doch immer noch mundstarrig würde ich mich deswegen einigermaßen fit fühlen für das RIP, mit Antibiotika macht das aber garantiert keinen Spaß!

Leider ist eBay auch nicht mehr das was es mal war. Das Ticket ging im ersten Gang nicht weg. Vielleicht auch, weil ich einfach nicht unter einen Verkaufspreis von 135 Euro, was dem Originalpreis entspricht, gehen will. Gut, dann fahr ich halt selber hin! Vielleicht mach ich mich Sonntag Mittag auch schon auf dem Weg nach Hause. Keime fange ich mir zumindest nicht während des Festivals ein. Aber Bongoball kann ich halt leider auch nicht spielen.

Berichte folgen. Vor allem bei Twitter.

PS: Das GreenCamp musste ich wegen der Zahnschmerzen auch schon ausfallen lassen. Genauso wie zwei Klausuren letzten Freitag. Das hat der Zahnarzt ganz schön in den Sand gesetzt. Der Penner!

Nachtrag: Hurra, das Ticket ging über eBay weg. Na hoffentlich liefert die Post auch zuverlässig!

¬ geschrieben von Tip Lewis in Leben, Pop

Terrorsegeln

25. Mai 2008

0 Kommentare

Immer dieses schlechte Gewissen. Beim Aufstehen, auf dem Weg ins Büro, im Büro – ständig quält mich der Gedanke, dass ich doch eigentlich mal wieder bloggen könnte.

Ich möchte mich jetzt schon mal für den schlechten Titel entschuldigen. Dieses Wortspiel liegt eigentlich zu nahe – aber wie heißt es so schön: Scheiß drauf!
Nun, schon vor einiger Zeit hab ich in nem Tweet an @spreeblick angedeutet, dass ich über eine komische Geschichte erzählen wollte. Angeregt durch meine Frage, ob die Wasserqualität in Berlin gut sei und Johnny meinte, dass er sich beim Segeln nicht gut auskennt, fielen mir meine zwei letzten Segeltörns wieder ein.


Bild: * hiro008 (cc-Lizenz)

Vom Vorletzten will ich hier erzählen. Er fand vor der Küste Kroatiens statt. Damals war ich noch in einem Volleyball aktiv, also machten meine Kumpels und ich einen auf Kolumbus und uns auf den Weg nach Dubrovnik, um dort unser angemietetes Boot zu entern. Die Regeln machte uns der Skipper ganz schnell klar. Wer Lust hat auf mitarbeiten, macht mit. Alle anderen stehen einfach nicht im Weg rum. Was ganz angenehm war. An sonnigen Tagen konnte man sich an Deck legen und versuchen, den Sonnenbrand nicht zu stark ausfallen zu lassen. Bei mir leider wie immer ein vergeblicher Versuch.
Die erste Nacht liefen wir in Split ein, wo wir so richtig auf die Kacke hauten. Klar, schließlich waren wir Volleyballer. Allerdings gibt es dabei langweiligerweise nichts zu erzählen. Wir taten und erlebten halt das, was beim saufen so üblich ist. Inklusive dem dicken Kopf am nächsten Tag.
Deshalb war es gut, dass die nächsten zwei Tage auf See bis auf den Verlust der einzigen Digicam ziemlich ruhig und relaxt verliefen. Am dritten Tag, es war der 10. September, Vormittags, mussten wir durch «einen der heftigsten Stürme der letzten Jahre», meinte der Skipper. Mitbekommen hab ich davon relativ wenig. Hab ich schon mal erwähnt dass ich höllisch gut schlafen kann und mich nichts aufweckt? Gut für mich war, dass danach weder der Crew noch meiner Mannschaft das Mittagessen schmeckte. Die waren alle wohl ein wenig mitgenommen. War aber schon gut so – mehr für mich!
Gegen Abend steuerten wir einen einsamen Strand an, gingen davor auf Anker und ruderten mit dem Beiboot ans Festland. Dort gab es ein richtig geiles Gelage mit Wein, Bier, Barbeque und offenem Feuer. Endlich war so richtig Ferienstimmung angesagt. Und die Abfahrt am nächsten Tag wurde auf den späten Vormittag verschoben.


Bild: tomorrowstand (cc-Lizenz)

Wie an so ziemlich jedem Tag in diesem Urlaub kam ich mit einem dicken Schädel auf. Allerdings – und das machte das ganze um einiges erträglicher – direkt am Strand. Komischerweise muss ich jedesmal wenn ich Lost sehe an diesen Morgen denken. So in etwa musste man sich diesen Morgen vorstellen. Das Lagerfeuer qualmte noch und alle lagen etwas benebelt drum herum.
An diesem Tag begann aber auch unsere mysteriöse Raum-Zeit-Verschiebung. Am Nachmittag stellte ich mich für ein paar Stunden ans Steuer. Und wie es der Zufall so wollte, spielte plötzlich unser GPS verrückt. Klar. Wenn ich mal etwas kaputt mache, dann so richtig. Das GPS-Teil zeigte plötzlich an, dass wir auf dem Petersplatz in Rom standen. Eine Minute später waren wir mitten in Berlin. Und wieder ein paar Sekunden später klebten wir mit unserem Boot ungefähr dort, wo der Prater in Wien steht. Nachdem mich der Skipper erstmal herzlich auslachte merkte er, dass ich gar nichts falsch gemacht hatte. Das GPS war unbrauchbar. Auch in seinen Händen funktionierte es nicht richtig. Dadurch, dass wir später aufgebrochen sind, verschob sich unser Anlegen in Rijeka auf Mitternacht. Zuvor hab ich noch nie jemanden gesehen, der nach den Sternen navigiert ist.
Im Hafen von Rijeka kamen uns aufgeregte Menschen entgegen. Alle wollten unsere Meinung dazu wissen. «Who do you think did this?» war die meistgestellte Frage. Zu WAS wollt ihr unsere Meinung wissen? Wer hat WAS getan? Es war der 11. September 2001. Jetzt war uns alles klar. Deswegen hat das GPS nicht funktioniert. Die US-Regierung hat es gestört. Wir dachten das GPS sei kaputt und wären niemals darauf gekommen das Festland anzufunken, um zu fragen, was los sei. Die Bilder schockierten uns. Und zum ersten Mal war niemandem zum Feiern zumute. Aber das alles war auch durch den Umstand, dass wir davon «direkt betroffen» waren, noch surrealer.
Am nächsten Morgen ging es zur letzten Tour in den Hafen von Trieste und nach Hause.

Geschuldet durch diesen Vorfall und den Umstand, dass an dem Tag, an dem ich auf der Donau segeln, war die Anschläge in Madrid geschahen, bin ich seitdem nicht mehr gesegelt.

Risikofreudig wie ich aber bin würde ich das Ganze jedoch noch einmal auf die Probe stellen und im Spätsommer auf einem Segelschiff meinen Urlaub verbringen. Oder doch lieber das Ferienhaus im Herzen Italiens?

¬ geschrieben von Tip Lewis in Leben, Sport

Rumgezwitscher

22. April 2008

0 Kommentare

¬ geschrieben von Tip Lewis in Pop

Ich könnt …

22. April 2008

0 Kommentare

... mal wieder was bloggen. Aber der Zeit- und Eisenmangel nagt an mir. Vielleicht kram ich was aus den Drafts raus.

¬ geschrieben von Tip Lewis in Pop

Rumgezwitscher

21. April 2008

0 Kommentare

¬ geschrieben von Tip Lewis in Pop

Mal wieder in nem Buch

14. April 2008

0 Kommentare


Gartenschau - 25 Bild: manul18 (cc-Lizenz)

Harr. Nach der Veröffentlichung einiger meiner Fotos für PR-Berichte und Publikationen über das Mustang-Museum in Künzelsau wird jetzt eine Fotostrecke von mir über die Landesgartenschau Waldkirchen auf Papier gebannt. Entstanden ist die Fotoreportage eigentlich für unser Intranet. Damit alle Mitarbeiter mal sehen können, was u. a. in unserem Auftrag alles entstanden ist. Hätte ich geahnt, dass da mehr draus wird, hätte ich mich natürlich mehr ins Zeug gelegt – und außerdem auf besseres Wetter gewartet.

Nachtrag: Und die nächste Anfrage flattert im Moment rein. Die Lions International wollen n Bild haben.

¬ geschrieben von Tip Lewis in Politik

Ameisenplage

10. April 2008

0 Kommentare

Als ich letzte Woche den GHvC-Newsletter bekommen habe, hab ich mich über folgende Sätze noch gefreut wie Bolle.

In meiner Bude ist eine Ameisenstrasse von der Grösse des Haupthighways von L.A. plus es ist noch amüsanter dadurch dass 2/3 aller Ameisen sterben auf dem Weg von der Wand bis zur Tür! Todessehnsucht, wer kennt das nicht?!

Da ich heute Nacht Gäste habe, rief ich vorgestern meinen Vermieter an und meinte: «Entschuldigen Sie, ich habe eine Ameisenplage!» Er so: «Echt? Ich habe eine Bmeisenplage!» Ich: «Haha, sackwitzig! Ja schüss ne!» Er so: «Tschüß!»
Quo, Vadis Dienstleistungsgesellschaft!

Tja. Jetzt werd ich gestern mit dickem Kopf wach uns seh an der Bettkante ne Ameise vorbeikrabbeln. Der erste Gedanke war eher so: «Näh, wasn jetzt los? Hab ich gestern doch Besucher mit Heim genommen?». Wieder eingepennt. Nach ner Stunde werd ich wieder wach. Blick auf die Bettkante. Schon wieder ne Ameise. «Verdammt man, geht die denn nie Heim? Ich hasse Gäste die nicht Heim wollen.» Wieder eingepennt. Ne weitere Stunde später werd ich wieder wach, steh auf unsd seh mit Entsetzen, dass diese verdammte Ameise nicht die Einzige war, die in meiner Bude herumturnt. Da war tatsächlich ne Ameistenstraße in oben genannter Größe.

Was also tun. Erstmal hab ich mir meine Ohropax-Box geschnappt und auf so viele Biester geschlagen wies nur ging. Danach war mein Boden erstmal nicht mehr Hölzern. Leichen pflasterten meinen Weg. Aber das kann ja kein Ausweg sein. Dennoch waren plötzlich die Ameisen weg. Die hatten wohl Angst. Nur noch vereinzelt zeigte sich eine. Das ganze hat eher einem Westernduell geähnelt. Der Wind pfeift von einer Seite durch die Häuser, verdörrte Buschkugeln rollen über die Hauptstraße, ich stehe mit der Hand am Holster und warte auf den nächsten Gegner. Hah, Gegner!

Nach ner Weile wurde mir das Spiel langweilig und ich hab mich an den Läppi geschwungen und im Internet nach möglichen Ameisen-Massenvernichtungswaffen gesucht. Ein paar brutale wie etwa Zucker und Hefe in Wasser auflösen und zur Verfügung stellen hab ich nach folgendem Satz erstmal für viel später vorgemerkt:

Nach dem Genuss deines Cocktails fliegen überall platzende Ameisen durch die Wohnung wie Popcorn.

Ein wenig martialisch. Ich habs jetzt mal mit der U-16 Version versucht und Zimtpulver vor die Eingänge geknallt. Bisher hat sich keine mehr sehen lassen.

Wünscht mir Glück! Verdammt!

¬ geschrieben von Tip Lewis in Leben

Theme von BenediktRB • Powered by Wordpress • Abonniere den RSS Feed