The 10 km Human Race
6. Juli 2008
Stimmungsmucke: El Cuarteto de Nos - Nada Es Gratis En La Vida (iTunes-Link)
Gestern war ich nach der Vorlesung mit Miss Grün in Nürnberg im Stadion und hab mir die Deutsche Leichtathletikmeisterschaft angesehen. Bisher dachte ich eigentlich immer, dass Leichtathletik im Stadion tierisch langweilig ist. Aber, nö, das stimmt gar nicht! Wir waren etwa 4 Stunden dort und uns war keine Minute langweilig. Ab und an wurde ein wenig gequängelt, weil die Stabhochspringer sich so lange warm machten, ansonsten verlief der Tag aber doch relativ ereignislos. Worauf ich stolz bin, da ich Leichtathletik in der Regel doch nur während Olympia kucke war, dass ich Lars Riedl erkannte. Das Fazit des Tages: Bier und Sport, was will man mehr?

Jeeeeeedenfalls, wurden überall im Stadion diese tollen Werbungen für das 10 km Human Race verteilt, die man zu Fächern zusammenfalten konnte um so höllischen Lärm zu veranstalten.
Ein paar Tage vorher habe ich mich schon auf der Webseite des Human Race umgesehen und heute hab ich die Karte für München bestellt.
Die kosten 43 Euro und ich laufe für das Projekt ninemillion.org, an welches ein Teil der Startgebühr (ich glaube 10 Prozent) gespendet wird. Das Projekt wurde von der UNHCR ins Leben gerufen und versucht Flüchtlingskindern durch Bildung und Sport eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Man kann auch für die Lance Armstrong Foundation und den WWF laufen.
Oben drauf gibt's ein schönes T-Shirt, und, darauf freue ich mich besonders: nach dem Einlauf durch das Marathontor im Olympiastadion lassen die Fantastischen Vier eine riesen Partybombe platzen. Da ist ein Muskelkater in den Waden garantiert.
Wer gerne Sport macht, Musik hört und auch mit kleinen Schritten die Welt verändern will, dem lege ich diesen Event sehr ans Herz. Jetzt heißt es nur, dass ich mich nicht wieder irgendwie verletzte (letzte Woche Schienbeinkantensyndrom und Oberschenkelzerrung) und mich auf 10 km hochtrainiere. Ich klopfe auf Holz.
Firmenschwitzen
25. Juni 2008
Stimmungsmucke: Adam Green – Morning After Midnight (Gratis Download)
Am Samstag ist es soweit. Das lokale Schmierblatt Zeitung Nachrichtenblatt richtet einen Firmenlauf in der niederbayerischen Westernstadt Pullman City aus. In einem Anflug von geistiger Umnachtung ließ ich mich von meinen zwei Kolleginnen breitschlagen mitzumachen. Außerdem, und ich weiß nicht welche Drogen hier im Spiel waren, habe ich bei der Anmeldung gesagt, dass ich die 6 km unter 30 Minuten schaffe. Im Grunde ist das auch kein Problem. Fakt ist jedoch, dass ich wegen meiner bekackten Krankheit erst seit Montag wieder trainieren kann.
Die Zeiten bisher:
Montag: 8 km, 46 Minuten, viel zu langsam
Dienstag: 6 km, 31 Minuten, ausbaufähig, aber Schuhe blutig gelaufen (siehe oben)
Normalerweise: 7,5 km, 26 Minuten
Interne Wetten wie bei den Jungs von mymuesli gibt es bei uns leider nicht, da meine beiden Mädels in der Ü30-Minuten-Kategorie gehen laufen und ich die Firmenehre alleine retten muss.
Der Trainingsplan bis Samstag:
Heute leichtes auslaufen, vielleicht auch mit Ball und wie Poldi der Bolzer auf ein Tor halten.
Donnerstag, Abschlusstraining: Ohne Gnade werden 6 km am Dreiburgensee abgelaufen. Und wenn ich es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen muss.
Freitag: erst anschwitzen, danach großes Agentur-Sommerfest. Wahrscheinlich steigt der Alkoholpegel relativ hoch.
Big-Samstag: mit brummendem Schädel aufwachen, versuchen das Auto ohne größere Vorkommnisse nach Eging zu manövrieren, Lauf gewinnen und ein Weißbier trinken.
Ich werde bwin noch überreden, Wetten auf diesen Lauf zu platzieren. Und wer Infos über meine Zeit haben möchte: ich bin Nummer 510.
Fotos folgen, denke ich.
Bürobashing
18. Juni 2008
Morgen kommt ein lieber Kollege wieder aus dem Urlaub – und zur Feier des Tages habe ich gestern meine Italien-Blumenkette mit ins Büro genommen. Er hatte letzten Donnerstag mit Deutschland scheinbar die gleiche Idee, was ich heute aber erst gemerkt habe.
Jedenfalls. Seine Schreibtischlampe:

Meine Schreibtischlampe:

Das gibt ein fröhliches Bashing! Im Finale wirds dann ausgespielt.
Terrorsegeln
25. Mai 2008
Immer dieses schlechte Gewissen. Beim Aufstehen, auf dem Weg ins Büro, im Büro – ständig quält mich der Gedanke, dass ich doch eigentlich mal wieder bloggen könnte.
Ich möchte mich jetzt schon mal für den schlechten Titel entschuldigen. Dieses Wortspiel liegt eigentlich zu nahe – aber wie heißt es so schön: Scheiß drauf!
Nun, schon vor einiger Zeit hab ich in nem Tweet an @spreeblick angedeutet, dass ich über eine komische Geschichte erzählen wollte. Angeregt durch meine Frage, ob die Wasserqualität in Berlin gut sei und Johnny meinte, dass er sich beim Segeln nicht gut auskennt, fielen mir meine zwei letzten Segeltörns wieder ein.
Vom Vorletzten will ich hier erzählen. Er fand vor der Küste Kroatiens statt. Damals war ich noch in einem Volleyball aktiv, also machten meine Kumpels und ich einen auf Kolumbus und uns auf den Weg nach Dubrovnik, um dort unser angemietetes Boot zu entern. Die Regeln machte uns der Skipper ganz schnell klar. Wer Lust hat auf mitarbeiten, macht mit. Alle anderen stehen einfach nicht im Weg rum. Was ganz angenehm war. An sonnigen Tagen konnte man sich an Deck legen und versuchen, den Sonnenbrand nicht zu stark ausfallen zu lassen. Bei mir leider wie immer ein vergeblicher Versuch.
Die erste Nacht liefen wir in Split ein, wo wir so richtig auf die Kacke hauten. Klar, schließlich waren wir Volleyballer. Allerdings gibt es dabei langweiligerweise nichts zu erzählen. Wir taten und erlebten halt das, was beim saufen so üblich ist. Inklusive dem dicken Kopf am nächsten Tag.
Deshalb war es gut, dass die nächsten zwei Tage auf See bis auf den Verlust der einzigen Digicam ziemlich ruhig und relaxt verliefen. Am dritten Tag, es war der 10. September, Vormittags, mussten wir durch «einen der heftigsten Stürme der letzten Jahre», meinte der Skipper. Mitbekommen hab ich davon relativ wenig. Hab ich schon mal erwähnt dass ich höllisch gut schlafen kann und mich nichts aufweckt? Gut für mich war, dass danach weder der Crew noch meiner Mannschaft das Mittagessen schmeckte. Die waren alle wohl ein wenig mitgenommen. War aber schon gut so – mehr für mich!
Gegen Abend steuerten wir einen einsamen Strand an, gingen davor auf Anker und ruderten mit dem Beiboot ans Festland. Dort gab es ein richtig geiles Gelage mit Wein, Bier, Barbeque und offenem Feuer. Endlich war so richtig Ferienstimmung angesagt. Und die Abfahrt am nächsten Tag wurde auf den späten Vormittag verschoben.

Bild: tomorrowstand (cc-Lizenz)
Wie an so ziemlich jedem Tag in diesem Urlaub kam ich mit einem dicken Schädel auf. Allerdings – und das machte das ganze um einiges erträglicher – direkt am Strand. Komischerweise muss ich jedesmal wenn ich Lost sehe an diesen Morgen denken. So in etwa musste man sich diesen Morgen vorstellen. Das Lagerfeuer qualmte noch und alle lagen etwas benebelt drum herum.
An diesem Tag begann aber auch unsere mysteriöse Raum-Zeit-Verschiebung. Am Nachmittag stellte ich mich für ein paar Stunden ans Steuer. Und wie es der Zufall so wollte, spielte plötzlich unser GPS verrückt. Klar. Wenn ich mal etwas kaputt mache, dann so richtig. Das GPS-Teil zeigte plötzlich an, dass wir auf dem Petersplatz in Rom standen. Eine Minute später waren wir mitten in Berlin. Und wieder ein paar Sekunden später klebten wir mit unserem Boot ungefähr dort, wo der Prater in Wien steht. Nachdem mich der Skipper erstmal herzlich auslachte merkte er, dass ich gar nichts falsch gemacht hatte. Das GPS war unbrauchbar. Auch in seinen Händen funktionierte es nicht richtig. Dadurch, dass wir später aufgebrochen sind, verschob sich unser Anlegen in Rijeka auf Mitternacht. Zuvor hab ich noch nie jemanden gesehen, der nach den Sternen navigiert ist.
Im Hafen von Rijeka kamen uns aufgeregte Menschen entgegen. Alle wollten unsere Meinung dazu wissen. «Who do you think did this?» war die meistgestellte Frage. Zu WAS wollt ihr unsere Meinung wissen? Wer hat WAS getan? Es war der 11. September 2001. Jetzt war uns alles klar. Deswegen hat das GPS nicht funktioniert. Die US-Regierung hat es gestört. Wir dachten das GPS sei kaputt und wären niemals darauf gekommen das Festland anzufunken, um zu fragen, was los sei. Die Bilder schockierten uns. Und zum ersten Mal war niemandem zum Feiern zumute. Aber das alles war auch durch den Umstand, dass wir davon «direkt betroffen» waren, noch surrealer.
Am nächsten Morgen ging es zur letzten Tour in den Hafen von Trieste und nach Hause.
Geschuldet durch diesen Vorfall und den Umstand, dass an dem Tag, an dem ich auf der Donau segeln, war die Anschläge in Madrid geschahen, bin ich seitdem nicht mehr gesegelt.
Risikofreudig wie ich aber bin würde ich das Ganze jedoch noch einmal auf die Probe stellen und im Spätsommer auf einem Segelschiff meinen Urlaub verbringen. Oder doch lieber das Ferienhaus im Herzen Italiens?


