Die Wahlen – bald sind sie endlich vorbei

13. März 2008

Ich wollte mich in der Anfangszeit dieses Blogs – vor allem «historisch» gesehen – auf dieser Domain mich nicht zur Passauer Politik bzw. dem nervigen Wahlkampf äußern. Aber was mir gestern Nacht beim durchsehen der PaWo aufgefallen ist war bemerkenswert. Zwei Ganzseitige PR-Anzeigen unseres noch OBs, in welchen er damit wirbt, dass er «verstanden» habe. Schon allein die Antwort auf die Frage 2, welche Punkte es eigentlich waren, «die diesen Wahlkampf beherrscht haben»? Bravourös! Zankl: «Leider nur das Geradeausfahrverbot in der Ringstraße, die Architektur des Stadtturms, die städtischen Töchter Event und WGP und einiges anderes mehr.» (Hervorhebung von mir). Leider nur? Und einiges mehr? Hätten Sie denn lieber einen Präsidentschaftswahlkampf geführt? Sich um bundespolitische Themen gekümmert? Wir sind hier in Passau. Hier ist halt einfach nicht so viel los. Hier kann man über Themen wie das Geradeausfahrverbot diskutieren. Über die zwar zu begrüßende Neue Mitte, aber die äußerst mangelhafte Umsetzung des bisher Existierenden. Und natürlich über die WGP! Über welche Themen wollen Sie denn sonst reden? Dass jetzt schon ein Jahr über ein öffentliches Klo in der Neuen Mitte diskutiert wird? Sich die Leute dadurch verarscht fühlen? Vielleicht über das abgewatschte Europäische Haus? Ah nein, da wurden ja Sie persönlich abgewatscht. Oder vielleicht darüber, dass die Innstadt im Verkehrschaos versinkt?
Nö, das gehörte ja zu dem einigen anderem mehr. Der herbeigehirnwichsten Verkehrsführung. Denn hier wurde darüber diskutiert. Nur nicht von Ihnen. Sie haben sich in diesem Punkt äußerst rar gemacht. Ich als Innstädter bin schließlich direkt betroffen und kann mit gutem Gewissen sagen, dass Ihr «Sofortmaßnahmenkatalog» eben KEINE Wunder bewirkt hat. Dass ich die Freude Ihrer Kontrahenten über eine neue Brücke auch nicht teilen kann muss ich hier fairnesshalber ebenfalls erwähnen. Denn das wäre für die Steuerpolitik klar ein rießiges Desaster. Dann würden noch mehr Passauer nach Österreich kommen. Vielleicht könnte dann gleich noch eine neue Tankstelle direkt an der Grenze eröffnen. Mir persönlich ist es egal. Ich muss sowieso über den Inn. Ich tanke ganz klar in Österreich.

Im Grunde kann man sagen, dass diese Wahl eigentlich sehr schwer war. Denn kein OB-Kandidat hat wirklich überzeugen können. Nur Sie haben es dem Wähler in der Vergangenheit sehr leicht gemacht. Ich werde, wie schon beim Europäischen Haus, bei dieser Stichwahl gegen Sie stimmen. Dadurch kann ich Nachts besser schlafen und Passau wird endlich wieder Rot. Der Zustand des Stillstands und der Blockade hat dann hoffentlich ein Ende.

Deshalb kann ich Ihren kleinen, letzten Frustversuch verstehen. Doch wieso die PaWo? Lag es am Preis (PaWo: 1/1-Seite, 1c, 3.919,20 Euro; PNP: 1/1-Seite, 1c, Ausgaben Passau Stadt, 4.082,54 Euro)?

Ganz gelesen habe ich Ihr «Interview» jedoch nicht. Nachdem sie die WGP hervorragend dastehen haben lassen setzte eine solch schlimme Form des Fremdschämens ein, wie sie sonst nur beim gucken von Stromberg einsetzt. Ich habe umgeblättert. Bin da direkt auf Ihr «Leserforum» gestoßen und musste auch hier nach dem ersten «Leserbrief» umblättern. Wieder zu peinlich.

Viel Glück, Herr Z. Sie werden es brauchen können. Ich freue mich schon auf die Zeit nach Ihnen!
Der Wahlkampfprofiler von nebenan berichtet übrigens auch über Zankls Anzeigen.

Nachtrag: der Rest dieser PaWo-Ausgabe ist allerdings vorzüglich. Wir haben einen Ufoforscher, welcher mit sechs Jahren scheinbar schon so besoffen war, dass er kleine Männlein mit Kapuzen neben seinem Bett stehen sah. Und wir haben einen Sexskandal, wegen dem eine Politikerin ihren Job verloren hat. Nur hat sie eigentlich nicht wegen des Sexskandals den Job verloren, sondern wegen Parteiarbeit während der Arbeitszeit. Aber das Wort Sexskandal in einer Headline macht sich klar besser! Fehlen nur noch iPhone und MacBook Air in der nächsten Überschrift, wenn es eigentlich um elektrische Heizdecken geht.

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¬ geschrieben von Manuel Mannichl in Politik

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