Wine makes the heart go wander
1. August 2008
Was geht, Internet? Was machen wir hier? Auf dieser Erde? Nun, es sieht so aus, als ob keiner von uns etwas dafür kann, dass er auf «Gottes» verdammter grüner Erde verweilt. Aber trotzdem versucht jeder von uns, etwas zu hinterlassen. Aber wofür?
Heute sah ich einen Baum am Innufer. Keine Ahnung wie lange er da schon steht. Bestimmt schon Jahrzehnte. 50 Jahre? Und mit ein bisschen Glück steht er noch dort, wenn wir alle schon lange unter der Erde liegen. Nur, dieser Baum hat eine tiefere Bedeutung. Vielleicht ist er glücklich. Vielleicht aber auch nicht. Und vielleicht sind wir glücklich. Vielleicht aber auch nicht. Diese Frage kann nur jeder von uns selbst beantworten. Und natürlich: die meisten werden sagen, dass sie glücklich sind. Auch ich. Aber sind wir es wirklich?
In ein paar Jahren sehe ich mich als verantwortlichen in irgendeiner feinen Werbeagentur. Jemand, der täglich Millionen von Euros verschiebt. Aber will ich wirklich so jemand sein? Will ich mein jetziges Leben dafür aufgeben? Jetzt: Alkohol, Drogen, Muschis. Das ist, was mein Leben bestimmt. Das ist, was meine Kreativität beflügelt. Aber will ich das aufgeben? Für Anzüge, Porsches, feine Restaurants? Will ich den Dreck der Straße aufgeben dafür, dass ich Tag für Tag in einer feinen, durchgestylten Wohnung wach werde? Mich zur Arbeit schleppe und immer die gleichen nach Moschus stinkenden Wichser sehe, die ich kein bisschen leiden kann?
Und das wichtigste ist doch, dass ich dann kein bisschen für diese Welt hinterlasse. Klar: ich arbeite in der Werbung. Was bitteschön hinterlasse ich meinen Kindern? Die Tatsache, dass ich Tag für Tag die Menschen belüge und Abends ohne schlechtes Gewissen nach Hause gehe? Die Jahre haben ihre Arbeit gut gemacht. Ich bin abgestumpft. Aber was tue ich, wenn ich nicht mehr kreativ sein darf? Wenn ich nur noch Meetings habe. Meetings, in welchen nur Bullshit-Bingo gespielt werden kann? Impact. Response. Gross Rating Points. Das wird die Welt sein, in der ich mich dann befinde. Keine Grafik. Keine Kunst. Keine alkoholisierten, verzerrten, überdrehten Meetings. Kein Spaß. Natürlich denke ich von unten, dass diese Welt nicht lebenswert sein kann. Vielleicht ist sie es ja. Bezweifeln will ich es aber. Alle Macht geht vom Volke aus. Also von unten. Ich bin unten. Ich habe die Macht. Zumindest in diesem Gedankenspiel. Etwa 80 Prozent unserer Bevölkerung hinterlässt ihren Kindern nichts. Und sie sind glücklich dabei. Das ist bewundernswert. Doch nicht befriedigend für mich.
Dieser Baum wird in 50 Jahren immer noch stehen und sich denken, was diese Menschen bloß haben. Sollen sie Leben und ihren Spaß dran haben. Aber der Druck in diesem gottverdammten Loch Namens Werbebranche ist hoch. Man muss schon viel Harz verlieren um ihm zu trotzen. Ich habe schon Menschen zerbrechen sehen. Manchmal waren die Drogen härter. Manchmal half die Reha. Manch ein Kollege landete im Grab. Aber trotzdem würde ich nicht tauschen wollen. Denn es ist eine Herausforderung. Täglich kreativ sein. Jeden Tag aufs neue darum kämpfen, die beste Idee zu haben. Und Abends kräftig abzustürzen um am nächsten Tag bereit zu sein für neues. Aber was das wichtigste ist: Liebe geben.
Was ich meinen Kindern hinterlasse? Nichts. Wie der Großteil dieser Menschheit. Und wenn ich doch einmal die Chance habe auf einen freien Platz in einer Hilfsorganisation, dann hinterlasse ich ein bisschen Hoffnung. Hoffnung auf eine bessere Welt. Und wenn nicht werde ich sterben. Einfach so. Vielleicht stehen ein paar Menschen um mein Grab und trauern. Das ist die Hoffnung. Vielleicht werde ich auch wiedergeboren. Das ist die andere Hoffnung. Denn schließlich kann in der Hölle nicht so viel Platz sein dass die gesamte Menschheit dort Platz hat. Was wäre das? 90 Milliarden Menschen? Mehr? Das wäre selbst dem Teufel zu viel. Gut, dass wir hier die Hölle auf Erden haben. Das erspart ihm viel Arbeit.
Was ich meinen Kindern hinterlasse? Hoffentlich den Gedanken, dass ich ein guter Vater war. Und cool. Denn darum geht es. Um coolness im Leben. Und wer nicht dreckig lacht hats nicht verstanden.
Adobe Summer School 2008
23. Juli 2008
Und noch einen Event kann ich nachschieben. Dieses Mal kein Sport, auch keine Politk, nein, heute geht es um Design und Publishing. Adobe richtet auch dieses Jahr wieder in vier deutschen Städten (Hamburg, Düsseldorf, München, Berlin) ihre kostenlose Summer School aus.
Klar ist diese ganze Veranstaltung eine Adobe-Kaffeefahrt und man bekommt vorgegaukelt, wie die eigenen Produkte das geilste auf der Welt sind. Allerdings stimmt das ja auch fast und deshalb denke ich, dass ich wenigstens ein paar Tipps mitnehmen kann. Vor allem Teil zwei wird spannend:
Im zweiten Teil geht es um Video und Cross-Media Design: Adobe Experten zeigen Ihnen, wie Sie mit der Creative Suite Production Premium 3 dynamischer Medieninhalte erstellen und einbinden. Lernen Sie angereichert mit Tipps & Tricks aus dem Produktionsalltag und die professionelle Anwendung der Werkzeuge für die Erstellung, die Verteilung, den Schutz und die Verwertung von Inhalten dynamischer Medien.
Am 3. September werde ich dort in München vertreten sein. Wenn jemand also Lust auf einen Kaffee, ein Bier oder ein paar Worte hat, kann er sich gerne melden. Das ganze zu twittern ist wahrscheinlich zu langweilig, nehme ich an.
The Return of the Chipmunks
23. Juli 2008
Gleich vorweg: ja, es ist schon cool als VIP auf einem Festival geladen zu sein. Ich hab mir diesen Status aber auch hart erarbeitet. Die ganzen Nerven, die durch die Gestaltung des Auftritts draufgegangen sind, konnten durch das gratis durchfressen hinter der Bühne nicht wettgemacht werden. Aber seis drum. Ich habe nämlich eine wahnsinns Entdeckung gemacht. Die Chipmunks sind wieder da. Allerdings wurden Alvin, Simon und Theodore scheinbar ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen, zu Frauen umgewandelt und treten jetzt als Marcella, Stephanie und Kate als The Puppini Sisters auf.

Ich stand meistens neben der Bühne, deswegen gibt's nur diese Bilder.
Die drei legten gleich von Anfang an ziemlich auf – und wie ich schon twitterte hörte ich während des ganzen Auftritts ein imaginäres Grammophon knistern. Später kam ich an der Bar mit Stephanie ins Gespräch. Unter anderem erzählte sie mir, dass ich zu oft ein Bild von den drei verwendete, dass die Mädels äußerst leicht bekleidet zeigt. Sehr glücklich waren sie nicht darüber. Aber hey, selber schuld ...

Sehr nette Dinger, die. Wegen des langen Gesprächs mit Steph habe ich allerdings Sergio Mendes zur Hälfte verpasst – was es aber vollkommen wert war.
Und nun, zum Abschluss, meine Lieben, gibt es die Drei in Ihrer früheren Zeit. Und sogar in Farbe.
(Direkt-Chimpunks)
Verdammt. Nicht nur die Stimmen passen, auch die Kleiderfarbe haben sie gleich gelassen ...
Bridging the Gaps - Die Summer University der Europäischen Grünen
23. Juli 2008
Letzten Freitag – und ich weiß, diese Meldung kommt deswegen äußerst spät – fand ich endlich Zeit, mich für die Summer University der European Young Greens anzumelden. Ein Event, der mir von Dany Cohn-Bendit ans Herz gelegt wurde. Sehr schön finde ich, dass die Veranstaltung nach Frankfurt/Oder und Słubice gelegt wurde. Zwei Städte, die durch die Oderbrücke verbunden sind und welche damit schön zum Thema passend einen Brückenschlag vollzieht. Vom 28. bis 31. August ist hier hoffentlich der Teufel los.

Wann ich anreise ist noch nicht ganz klar, frühestens jedoch am zweiten Tag, also dem Freitag. Da dieser Tag allerdings mein letzter Arbeitstag ist, naja, ihr wisst schon. Tränen und so.
What kind of Europe do we need? What kind of Europe do we want for the 21st century? How can we fight climate change? How to deal with the economic and social consequences of globalisation? How best to strengthen our open, democratic and pluralistic society?
From 28 to 31 August 2008, the Greens/EFA Group in the European Parliament in cooperation with the European Green Party as well as the German and Polish Green parties, Bündnis 90/die Grünen and Zieloni 2004 will hold the first “Green European Summer University” at the German Polish border in Frankfurt/Oder and Słubice.
Da ich ab Herbst wieder voll in die Politik einsteigen will und das in Berlin hoffentlich unterhaltsamer ist als in Passau, bin ich schon total gespannt. Schön wäre, an der Eröffnungsplenarsitzung «What Future for Europe» teilzunehmen. Besonders unter den Schwierigkeiten (Nein der Iren zum Reformvertrag, Kaczynskis vorauseilendes Nein, massive Kritik in Österreich), vor denen die EU zur Zeit steht, wird diese Diskussion spannend. Am Samstag gibt es sehr schöne Workshops (Vormittags: Asylum & Integration; Nachmittags: Fair trade: Challenges of going mainstream) und hoffentlich eine gute Party.
Leider fällt der Sonntag flach, da am Abend in München das Nike Human Race stattfindet, bei dem ich auch am Start bin. Und so beginnt der Freizeitstress :)
Ich kann diese Veranstaltung nur jedem Europainteressierten ans Herz legen. Ich hoffe, die Erwartungen werden nicht entäuscht.
PS: mich würde interessieren, ob Frau Zeitrafferin auch kommt?
PPS: Die Zeit hat übrigens eine schöne Serie über Europas neue Bedienungsanleitung im planet-in-progress-Blog herausgebracht. Sehr lesenswert!
The 10 km Human Race
6. Juli 2008
Stimmungsmucke: El Cuarteto de Nos - Nada Es Gratis En La Vida (iTunes-Link)
Gestern war ich nach der Vorlesung mit Miss Grün in Nürnberg im Stadion und hab mir die Deutsche Leichtathletikmeisterschaft angesehen. Bisher dachte ich eigentlich immer, dass Leichtathletik im Stadion tierisch langweilig ist. Aber, nö, das stimmt gar nicht! Wir waren etwa 4 Stunden dort und uns war keine Minute langweilig. Ab und an wurde ein wenig gequängelt, weil die Stabhochspringer sich so lange warm machten, ansonsten verlief der Tag aber doch relativ ereignislos. Worauf ich stolz bin, da ich Leichtathletik in der Regel doch nur während Olympia kucke war, dass ich Lars Riedl erkannte. Das Fazit des Tages: Bier und Sport, was will man mehr?

Jeeeeeedenfalls, wurden überall im Stadion diese tollen Werbungen für das 10 km Human Race verteilt, die man zu Fächern zusammenfalten konnte um so höllischen Lärm zu veranstalten.
Ein paar Tage vorher habe ich mich schon auf der Webseite des Human Race umgesehen und heute hab ich die Karte für München bestellt.
Die kosten 43 Euro und ich laufe für das Projekt ninemillion.org, an welches ein Teil der Startgebühr (ich glaube 10 Prozent) gespendet wird. Das Projekt wurde von der UNHCR ins Leben gerufen und versucht Flüchtlingskindern durch Bildung und Sport eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Man kann auch für die Lance Armstrong Foundation und den WWF laufen.
Oben drauf gibt's ein schönes T-Shirt, und, darauf freue ich mich besonders: nach dem Einlauf durch das Marathontor im Olympiastadion lassen die Fantastischen Vier eine riesen Partybombe platzen. Da ist ein Muskelkater in den Waden garantiert.
Wer gerne Sport macht, Musik hört und auch mit kleinen Schritten die Welt verändern will, dem lege ich diesen Event sehr ans Herz. Jetzt heißt es nur, dass ich mich nicht wieder irgendwie verletzte (letzte Woche Schienbeinkantensyndrom und Oberschenkelzerrung) und mich auf 10 km hochtrainiere. Ich klopfe auf Holz.
Selbstversuch mit mymuesli
25. Juni 2008
Stimmungsmucke: Someone Still Loves You Boris Yeltsin – Think I Wanna Die (Gratis Download)
Komischerweise habe ich mich lange gegen die Idee gewehrt, dass ich bei mymuesli etwas bestellen könnte. Die Idee, jemanden etwas zusammenmischen zu lassen, was ich selber auch panschen kann, war mir irgendwie fremd. Obwohl ich als Early Adopter gelte. Nun, jetzt ist der Kopfwehmix raus und ich warte gespannt auf die Mail von den Jungs und Mädels, um die Mischung abholen zu können.
Auf geht's Passauer, macht hinne, macht hinne, macht hinne ...
Test folgt!
Der Musiktipp hat übrigens gar nichts mit der Bestellung und meinen Erwartungen zu tun ;) Einfach nur ein geiles Lied!
Firmenschwitzen
25. Juni 2008
Stimmungsmucke: Adam Green – Morning After Midnight (Gratis Download)
Am Samstag ist es soweit. Das lokale Schmierblatt Zeitung Nachrichtenblatt richtet einen Firmenlauf in der niederbayerischen Westernstadt Pullman City aus. In einem Anflug von geistiger Umnachtung ließ ich mich von meinen zwei Kolleginnen breitschlagen mitzumachen. Außerdem, und ich weiß nicht welche Drogen hier im Spiel waren, habe ich bei der Anmeldung gesagt, dass ich die 6 km unter 30 Minuten schaffe. Im Grunde ist das auch kein Problem. Fakt ist jedoch, dass ich wegen meiner bekackten Krankheit erst seit Montag wieder trainieren kann.
Die Zeiten bisher:
Montag: 8 km, 46 Minuten, viel zu langsam
Dienstag: 6 km, 31 Minuten, ausbaufähig, aber Schuhe blutig gelaufen (siehe oben)
Normalerweise: 7,5 km, 26 Minuten
Interne Wetten wie bei den Jungs von mymuesli gibt es bei uns leider nicht, da meine beiden Mädels in der Ü30-Minuten-Kategorie gehen laufen und ich die Firmenehre alleine retten muss.
Der Trainingsplan bis Samstag:
Heute leichtes auslaufen, vielleicht auch mit Ball und wie Poldi der Bolzer auf ein Tor halten.
Donnerstag, Abschlusstraining: Ohne Gnade werden 6 km am Dreiburgensee abgelaufen. Und wenn ich es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen muss.
Freitag: erst anschwitzen, danach großes Agentur-Sommerfest. Wahrscheinlich steigt der Alkoholpegel relativ hoch.
Big-Samstag: mit brummendem Schädel aufwachen, versuchen das Auto ohne größere Vorkommnisse nach Eging zu manövrieren, Lauf gewinnen und ein Weißbier trinken.
Ich werde bwin noch überreden, Wetten auf diesen Lauf zu platzieren. Und wer Infos über meine Zeit haben möchte: ich bin Nummer 510.
Fotos folgen, denke ich.
I love your slang
25. Juni 2008
Hah! Gerade schwirrt eine wunderbar klingende E-Mail ins Haus, nachdem ich kurz wegen eines Festivals mit einer Plattenfirma in LA telefoniert habe:
(...) Thanks for everything. PS: Dude, I love your american slang!
Thanks dude!
Stimmungsmucke
21. Juni 2008
Stimmungsmucke: Kante – Die Tiere sind unruhig (iTunes-Link)
Vielleicht hat's der Ein oder Andere schon bemerkt, aber in meinem Post über Rom habe ich etwas neues in diesem Blog eingeführt: die Stimmungsmucke.
So ein Blog ist eine sehr emotionale und private Sache. Es geht oft um Gedanken, die in einem bestimmten Kontext oder von einem speziellen Gefühl abgeleitet oder beschleunigt werden. Und die Musik ist bei mir immer dabei. Ich schätze, dass ca. 80 % meiner wachen Zeit mit Musik untermalt ist. Sie ist ein großer Teil in meinem Leben – und sie ist auch dabei, wenn ich mit Leuten diskutiere. Wieso sollte sie hier also fehlen?
In vielen Fällen, so hoffe ich, wird die Musik, wenn sie im Hintergrund läuft, meine Gedanken oder Gefühlslage besser verständlich machen. So wäre zumindest der Plan. Deshalb werde ich die Musiklinks auch am Anfang des Posts platzieren, um ihn so zu untermalen.
Ein weiterer Punkt ist auch, dass ich mich immer freue, wenn ich neue Musik von jemandem gezeigt bekomme. Vielleicht ist ja die ein oder andere Perle für euch dabei.
Wenn es möglich ist, werde ich legale kostenlose Downloads suchen und hier bereitstellen. Andernfalls werden es vermutlich iTunes-Links (ich nehme an keinem Affiliate-Programm teil) werden, da ich persönlich von diesem Store überzeugt bin.
Ich hoffe die Aktion gefällt. Anregungen und Kritik bitte gerne in den Kommentaren.
Mediaspree versenken
20. Juni 2008
So Leudde, der «Kuzrurlaub» ist vorbei, gleich geht's in Flieger nach Nürnberg. Aber vorher muss ich euch noch ein wunderbares Video zeigen, das mich als Bald-Berliner auch betrifft. Nämlich die drohende Mediaspree. Ein ziemlich geiles Video!
Mediaspree Versenken von Pappsatt bei Vimeo.
Mehr Infos gibt's auf Mediaspree versenken.
(via)

